Centro Sociale

Grenzregime aus dem Blickwinkel des Hip-Hop Milieus im Senegal (Nannette Abrahams)

20.05.2014 (Dienstag) 19:00
Saal

 

Im Rahmen der Reihe "Migrationsregime & Grenzen im Wandel II" der RosaLuxemburg-Stiftung Hamburg

 

Grenzregime aus dem Blickwinkel des Hip-Hop Milieus im Senegal (Nannette Abrahams)

In den letzten Jahren prägt das europäische Grenzregime zunehmend die Wahrnehmung und Kontrolle von Migration in Westafrika. Diese Entwicklung will ich anhand des Beispiels Senegal skizzieren. Darüber hinaus werde ich darauf eingehen, wie Migration aus dem aktivistischen und gesellschaftskritischen Hip-Hop Milieu im Senegal wahrgenommen wird. Hierzu wird ein 20 minütiger Film mit Ausschnitten aus Hip-Hop Videoclips und Interviews mit bekannten senegalesischen Rappern gezeigt. Das senegalesische Hip-Hop Milieu hat sowohl beim Regierungswechsel im Jahr 2000 als auch wieder 2012 eine zentrale Rolle bei der politischen Mobilisierung der Jugend gespielt. In Anbetracht dieses doppelten Selbstverständnisses als Künstler und Aktivist, dass vor allem die machtpolitischen Konstellationen im eigenen Land aber auch auf der internationalen Ebene kritisiert, wird der Frage nachgegangen, inwiefern es sich hier um einen Widerspruch handelt, wenn durch Hip-Hop gegen „illegale“ Migration mobilisiert wird.

 

 

Mit dem ersten Teil der Veranstaltungsreihe haben wir 2013 verschiedene Dimensionen des europäischen Migrations- und Grenzregimes in den Blick genommen: Die Vorverlagerung von Grenzkontrollen, das Gesundheitssystem, Polizeiapparate und humanitäre Akteure sowie den Zusammenhang von Migration und Ausbeutung. In der Fortsetzung der Veranstaltungsreihe fokussieren wir 2014 die digitale, lokale und postkoloniale Dimension von Grenzen: Wie verändert der Einsatz biometrischer Technologie die Grenzkontrollen und welche Auswirkungen hat das auf die Praxis des Migrierens? Wie funktionieren Grenzen konkret im lokalen Raum, welche Effekte haben sie? Wer ist Träger_in von Menschenrechten? Inwiefern wirken die (post-)kolonialen Verhältnisse, die den urbanen Raum durchziehen als Grenzen und wie könnte deren Geschichte aufgearbeitet werden? Und wie wird die Grenze zu Europa aus einer nicht-europäischen Perspektive wahrgenommen?

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wollen wir in einer Podiumsdiskussion auf lokale Auseinandersetzungen Bezug nehmen und zugleich fragen, wie diese mit der Krise von Schengen zusammenhängen. Welche Veränderungen gibt es und welche Möglichkeiten eröffnen sich? Wir wollen verschiedene Perspektiven auf Grenzen zusammen mit Positionen und Strategien des Aktivismus debattieren.

Alle zwei Wochen von April bis Juni 2014 im Centro Sociale (08.04., 22.04., 06.05., 20.05., 03.06.) 

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