Centro Sociale

Über Erfolge, Fehler und das Ende: Ein linker Blick auf die Oktoberrevolution

01.11.2017 (Mittwoch) 19:00
Saal

Dr. Stefan Bollinger befasst sich mit den historischen, internationalen und sozialökonomischen Rahmenbedingungen der Oktoberrevolution, den sich verändernden politischen Kräfteverhältnissen und ihren materiellen Resultaten.

In welchem Verhältnis steht das Ende der Sowjetunion zu ihrem Anfang, also zur Oktoberrevolution? Hätte man es besser gleich lassen sollen?

Und er wirft die Frage auf, ob und was sich für die heutige Linke noch aus den Erfahrungen der Oktoberrevolution lernen lässt.

Stefan Bollinger ist Politikwissenschaftler und Historiker.

 

Veranstaltet von der RLS-Hamburg

 

Der Referent befasst sich mit den historischen, internationalen und sozialökonomischen Rahmenbedingungen der Oktoberrevolution, den sich verändernden politischen Kräfteverhältnissen und ihren materiellen Resultaten. In welchem Verhältnis steht das Ende der Sowjetunion zu ihrem Anfang, also zur Oktoberrevolution? Hätte man es besser gleich lassen sollen? Und er wirft die Frage auf, ob und was sich für die heutige Linke noch aus den Erfahrungen der Oktoberrevolution lernen lässt. Stefan Bollinger ist Politikwissenschaftler und Historiker, u.a. Mitglied der Historischen Kommission der Partei DIE LINKE. Zuletzt erschien von ihm „Oktoberrevolution. Aufstand gegen den Krieg 1917-1922“ (edition ost, 2016)

 

"Ganz Europa ist vom Geist der Revolution erfüllt", notierte der britische Premierminister David Lloyd George im März 1919. "Die ganze bestehende soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung wird von der Masse der Bevölkerung von einem Ende Europas zum anderen in Frage gestellt". Auslöser dieser nicht nur Europa umspannenden Rebellionen war der Erste Weltkrieg mit seinem unvorstellbaren Massensterben und Massenelend. Zum hoffnungsvollen internationalen Signal wurde die Losung „Brot, Land und Frieden“ der russische Oktoberrevolution 1917. Überall auf der Welt blickten die Menschen auf den neuen Sowjetstaat. Dies Signale „wurden überall dort gehört, wo Arbeiterorganisationen und sozialistische Bewegungen, gleich welcher Ideologie, operierten. Kurz gesagt, die Oktoberrevolution wurde überall als welterschütterndes Ereignis empfunden“, wie Eric Hobsbawm schreibt. Seither war jede Politik weltweit zugleich immer eine Antwort auf die mit dieser Revolution vollzogenen und fortwirkenden Veränderungen – und, natürlich, Gegenstand kontroverser Sichtweisen auch und gerade innerhalb der linken Bewegungen. 

Mit Hintergründen und Widersprüchen, Strategien und Konflikten dieses weltgeschichtlichen Umbruches beschäftigt sich unsere Veranstaltungsreihe. Sie wird bemüht sein, die vielen Vereinfachungen und ideologischen Borniertheiten dieser Debatten zu vermeiden und dem Ansatz Rosa Luxemburgs zu folgen, die eine „eingehende, nachdenkliche“ Analyse der Oktoberrevolution empfohlen hatte.

Eine weitere Veranstaltung findet am 16. November statt, die Reihe wird im Januar fortgesetzt.

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