Centro Sociale

Der Gipfel gemeinsamer Verantwortung – imperialistische Konkurrenz in Höchstform

20.06.2017 (Dienstag) 19:00
Saal

Die G20 in Hamburg:

Der Gipfel gemeinsamer Verantwortung – imperialistische Konkurrenz in Höchstform

 

- Jahr für Jahr treffen sich die mächtigsten Staatenlenker der Welt zu einer Gipfeldiplomatie, auf der sie sich um die „globalen Problemen“, gar „Menschheitsfragen“, kümmern: Die wollen sie gemeinsam „lösen“. Ebenso regelmäßig, wie dem Anspruch dieser Herrschaften hohe Erwartung entgegen gebracht wird, fällt - oft schon vorweg - die nüchterne Bilanz aus: Statt bei der Lösung der großen Weltprobleme wirklich voran zu kommen, wieder nur unverbindliche bis höchst strittige Abschlusserklärungen. Einerseits die hohe Bedeutung, die solchen Gipfeltreffen zugesprochen wird, andererseits die enttäuschte Absage, letztlich sei doch irgendwie alles nur „Show“.

Da fragt sich schon, warum und wozu die hohen Mächte solche Veranstaltungen, auf denen sie die Verständigung über die „Weltprobleme“ auf die Tagesordnung setzen, für nötig halten?

 

- Zumal ja mit jedem Gipfel, den sie ausrichten, fraglich ist, ob überhaupt und welche der großen „Problemlagen“ ihr Recht auf der Agenda haben soll. Mit der Einigung auf eine Tagesordnung steht dann auch nur so viel fest, dass um die Definition der weltbewegenden Themen, mit denen sie sich befassen, um so heftiger konkurriert wird, je höher sie deren Bedeutung ansetzen. Gerade die so titulierten „globalen Herausforderungen unserer Zeit“ - diesmal fallen Freihandel, Klimaschutz, Hunger und Elend… darunter - sind immer gut für Streit um Prinzipien, an die sich alle halten müssten, damit die Welt in Ordnung kommt.

Wozu ist das gut? Und überhaupt: Woher kommen die weltumspannenden „Probleme“ eigentlich, in denen die mächtigen Herren der Welt den dringenden Bedarf an kollektiver Regelung ausmachen, damit sie „gelöst“ werden?

 

- Dieses Jahr ist das diplomatische Großereignis in Hamburg schon im Vorfeld durch Trump belastet. So jedenfalls sieht es die deutsche Gastgeberin, die sich um so mehr als die Stimme der „Vernunft und des Ausgleichs“ präsentiert, je „undiplomatischer“ Trump dem Rest der Welt - und weit voran Deutschland - vorbuchstabiert, dass und wie er sein „America first!“ versteht: nämlich als das unbedingte Recht der großen und starken USA, ihren Interessen erfolgreich Geltung zu verschaffen. Und mit dem Prinzip stellt er sich allem entgegen, was Amerika an die einvernehmliche Regelung seiner Ansprüche bindet – wie der jetzt gekündigte „globale Klimapakt“.

Was läuft dann auf dem Gipfel, wenn die „Unberechenbarkeit“ in Person auftritt, und Merkel die G20 darauf einschwören will, dass alle „globalen Probleme“ nur zu beidseitigem Nutzen und dem fortgesetzten Willen zur einvernehmlichen Regelung zu „lösen“ sind – andernfalls...?

 

Diskussionsveranstaltung

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