Centro Sociale

Offenes Jugendtreffen (für Türkeistämmige)

22.03.2017 (Mittwoch) 18:30
Saal

JA oder NEIN zum Präsidialsystem in der Türkei?

Unsere Antwort? NEIN!

 

Die Türkei befindet sich an einem Scheideweg: Am 16. April 2017 wird über die Zukunftdes Landes entschieden.

Auch in Deutschland können wir zwischen dem 27. März und 9.April 2017 unsere Stimme abgeben.

Deshalb rufen wir alle wahlberechtigten Jugendlichen in Hamburg dazu auf, ungeachtet ihrer politischen Zuordnung, ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Religionszugehörigkeit für Demokratie, Frieden und die Zukunft der Türkei einzutreten und beim bevorstehenden Referendum mit NEIN zu stimmen.

Warum? Ganz einfach: Mit dem Präsidialsystem in der Türkei wird die Führung des Landes einer einzelnen Person überlassen. Und eine Regierungsform, die ohne Kontrollmöglichkeiten die Gesetzgebung, Staatsgewalt und Rechtssprechung in die Hände eines Alleinherrschers legt, bedeutet ein unterdrückerisches Regime, dass die ohnehin schwache Demokratie in der Türkei ganz abschafft.

Mit der Verfassungsänderung werde angeblich die Ära “einer starken Türkei unter einem starken Führer” eingeleitet. In der Tat sind auch wir als türkeistämmige Jugendliche in Deutschland für eine “starke Türkei”. Wir wissen aber, dass der Weg zu einer “starkenTürkei” nicht über Krieg, sondern über Frieden führt.

Genauso wenig führt er über ein Unterdrückungsherrschaft, sondern über Freiheit. Für eine “starke Türkei” bedarf es nicht der Armut, sondern des Wohlstands für alle. Eine “starke Türkei” bedeutet nicht einen “starken, autoritären Führer”, sondern eine starke Volksdemokratie! Dafür brauchtes Auskommen, Freiheit und Wohlstand für die Bevölkerung. Darum geht es uns!

Und die Entscheidung, ob man beim Referendum mit Ja oder Nein abstimmen möchte, versuchen sie mit der ethnischen Herkunft,

dem Glauben und der politischen Einstellung zu verknüpfen.

Allerdings wird das angestrebte Präsidialsystem alle Menschen gleichermaßen beeinträchtigen – gleichgültig,

welche Partei sie zuvor gewählt haben, ob sie Türken oder Kurden, Sunniten oder Aleviten sind.

Deshalb rufen wir die türkeistämmigen Jugendlichen in Deutschland dazu auf, sich über die zur Abstimmung stehende Verfassungsänderung sowie deren mögliche Folgen zu informieren und sich dabei nicht von der Herkunft und dem Glauben leiten zu lassen.

Dafür laden wir zu einer gemeinsamen Diskussion ein: In lockerer Atmosphäre möchten wir uns mit den Argumenten für ein NEIN

genauer auseinandersetzen und darüber sprechen, wie wir unser Umfeld dazu mobilisieren können, auch mit einem NEIN zu stimmen.

Darüber hinaus möchten wir uns die Frage stellen: Inwiefern betrifft uns das Präsidialsystem in der Türkei? Denn auch wir

Hamburger Jugendlichen müssen eine klare Haltung gegen die Polarisierung, die aus der Türkei auch in unsere Stadt reingetragen

wird, einnehmen.

Bei all den Diskussionen dürfen wir eine Sache nicht vergessen; unabhängig von unserer ethnischen oder religiö-

sen Zugehörigkeit haben wir alle ein gemeinsames Interesse: gute Arbeit, gute Bildung und eine lebenswerte Zukunft!

 

HAMBURGER JUGENDLICHE GEGEN DAS PRÄSIDIALSYSTEM IN DER TÜRKEI

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