Centro Sociale

Rot-braune Bündnisse?

27.04.2016 (Mittwoch) 19:00
Saal

Zum Verhältnis von Kommunisten und Nationalsozialisten in der Weimarer Republik


„Tretet die Judenkapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie“, forderte die KPD-Vorsitzende Ruth Fischer im Jahr 1923 vor völkisch gesinnten Studierenden. Auch andere prominente Kommunist_innen biederten sich in der Frühphase der Weimarer Republik der politischen Rechten an. Karl Radek huldigte beispielsweise den ermordeten Nationalrevolutionär Leo Schlageter. Später, im Jahr 1931, unterstützte die KPD einen von Deutschnationalen und Hitlers NSDAP initiierten Volksentscheid zur Absetzung der sozialdemokratischen preußischen Landesregierung. Auch 1932, beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe, kämpften Kommunisten Seite an Seite mit Nazis.


War die Führung der damaligen Kommunistischen Partei also Vordenkerin dessen, was wir heute als „Querfront“ kennen: von Bündnissen zwischen radikaler Linker und extremer Rechter? In kurzen Einführungen der beiden Historiker und der anschließenden Diskussion soll diese Frage beleuchtet und die Haltung der KPD zum Faschismus historisch eingeordnet werden.


Olaf Kistenmacher wurde promoviert mit seiner Arbeit Arbeit und "jüdisches Kapital". Antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD, "Die Rote Fahne", während der Weimarer Republik, 1918 bis 1933. Marcel Bois wurde promoviert mit seiner Arbeit Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung

 

Eine Veranstaltung der RLS-Hamburg

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